Studio-Setup für eine Großgruppe

Business-Fotografie

Kürzlich sollte ich für die Kampagne eines Einzelhandelskonzerns einige Gruppenfotos machen. Diese sollten vor neutralem Hintergrund fotografiert werden – soweit erst mal kein Problem. Eine Teamstärke von bis zu 15 Personen bedingt aber einen entsprechend großen Hintergrund. Mit Standard 2m-Rollen wird das nichts und auch die breiten 2,75m-Rollen sind nicht ausreichend. Außerdem muss das ja auch noch von irgendetwas getragen werden. Und zu guter Letzt war der Raum, der zur Verfügung stand nicht sehr groß und hatte nur ca. 3m Raumhöhe – also nicht gerade ideale Voraussetzungen. Aber man kann am Ende nur mit dem arbeiten, was da ist. So wurde mit dem Kunden ein Plan geschmiedet, die Location an der ich das mobile Studio aufbauen sollte digital vorab besichtigt (einfache Handy-Fotos geben eine gute erste Übersicht und die Raummaße habe ich auch bekommen.

So entstand der Plan, zwei Rollen à 2m Breite aneinanderzufügen und mit Panzertape an den hinteren Wandschränken zu befestigen. Durch die laminierte Oberfläche der Schränke wurde hier trotz der hohen Klebekraft nichts beschädigt und ein Klebestreifen alle ca. 30cm hielt dann auch die improvisierte Hohlkehle an Ort und Stelle. Die Nahtstelle würde nachher in der Retusche beseitigt. Fertig war das Studio-Setup.

Business-Fotografie

Auch würde man idealerweise die Blitzlichter oberhalb der Menschen postieren, was hier ebenfalls nur eingeschränkt möglich war, aber die weisse Decke hat hier dennoch durch die Streuung für genügend weiches Licht gesorgt, dass die Ergebnisse wie gewünscht ausgefallen sind. Der rote Vorhang rechts vom Set hat zwar ungewünschtes Tageslicht abgehalten, hätte aber dennoch für einen unschönen Farbstich gesorgt. Hier musste dann ein großer weisser Reflektor (eigentlich ein zweckentfremdeter Falthintergrund) Abhilfe schaffen.

Natürlich gibt es immer wieder derartige Herausforderungen, die einen komplett fordern. Mit guter Planung, gemeinsamer Vorbereitung und realistischer Einschätzung der Machbarkeit lässt sich aber eine Menge umsetzen. Man darf sich aber auch nicht scheuen, im Zweifelsfall einem Kunden abzusagen, wenn klar ist, dass man nicht der richtige Dienstleister für den gewünschten Auftrag ist. Auch das zähle ich zu meiner Verantwortung, dem Kunden gegenüber.