Im Laufe meiner Fotografen-Karriere durfte ich schon an vielen ungewöhnlichen Orten Fotos machen, die dem Normalbürger eher verschlossen bleiben. Im Lufthansa-Trainingszentrum zum Beispiel, hinter und unter der Bühne vom Schauspiel Frankfurt oder, wie in diesem Fall, hoch oben in der Kuppel des Wiesbadener Kurhauses. Aber der Reihe nach …
Ich wurde von einer PR-Agentur gebucht, die von Leica-Geosystems mit einen Artikel zur Neuvermessung des neoklassizistischen Bauwerks von 1907 beauftragt war. Das zuständige Ingenieurbüro hatte diese große Aufgabe mit den Geräten des Wetzlarer Traditionsherstellers absolviert – und nun galt es, das ganze noch einmal ansprechend für den Artikel in Szene zu setzen. Und dabei ging es nicht nur um die prunkvollen Säle, sondern auch um die Technik hinter der schönen Fassade – denn mit den veralteten und unvollständigen Plänen lässt sich ein Gebäude dieses Formats nicht mehr sinnvoll technisch verwalten.
Also ging es sowohl in die Katakomben, als auch bis unter die Glaskuppel des Hauses. Und das, was der Besucher von innen sieht, ist mitnichten vollständig. Es gibt eine Innen- und eine Aussenkuppel – die eine sieht hübsch aus, die andere hält das Wetter ab.
Diese Kulissen waren zwar weniger für die Fotos relevant, sondern dienten mehr dem gleichzeitig durch einen Kollegen produzierten Video als Kulisse, aber dennoch ist dieser Einblick mehr als spannend. Wer kommt sonst schon an einen solchen Ort? Die Kamera ist also tatsächlich wie eine Eintrittskarte zu Orten, an die nicht jeder ohne weiteres gelangen kann. I love it.






